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Hintergrund

Porträt von Professorin Ulrike Nägele, die freundlich lächelnd an einem Holztisch sitzt.

Kostümbildner:in werden. Interview mit Dekanin

Hinter den Kulissen der Ausbildung zum Kostümbildner:in – Im Gespräch mit Dekanin Ulrike Nägele über den innovativen Master Costume Design an der AMD München:

Interview-Facts

  • Name: Ulrike Nägele
  • Studiengang: Costume Design (M.A.)
  • Funktion/Rolle: Professorin für künstlerisch-konzeptionelle Modedarstellung & Inszenierung: Dekanin der AMD (Fachbereich Design der Hochschule Fresenius)
  • Standort: AMD – München
Porträt von Professorin Ulrike Nägele, die freundlich lächelnd an einem Holztisch sitzt.

Wer bist du? Stell dich einmal kurz vor.

Ulrike Nägele, Professorin für künstlerisch-konzeptionelle Modedarstellung & Inszenierung. Aktuell bin ich Dekanin der AMD Akademie Mode & Design, des Fachbereichs Design der Hochschule Fresenius.


Ursprünglich wurde ich als Kostümbildnerin an der HAW in Hamburg ausgebildet und war viele Jahre für große Theater, (u.a.Burgtheater Wien, Thalia Theater oder das Schauspielhaus Bochum) oder Tanztheater, (u.a. beim Tanztheater Pina Bausch) für internationale Filmprojekte und an Opernhäusern als Kostümbildnerin tätig.


Seit 2011arbeite ich an der AMD als Professorin, davon 8 Jahre als Studiendekanin für Modedesign in München. Meine Arbeit an der AMD wurde durch zahlreiche interaktive, oder interdisziplinäre Projekte mit bedeutenden Kulturinstitutionen wie der Glyptothek oder der Kunsthalle München, Industriepartnern wie Liberty London, sowie Kollaborationen mit Disney und Paramount geprägt.
Dieser Kooperationshintergrund bildet zudem neben der reichen Kulturlandschaft Münchens den Motor zur Einführung des Masters Costume Design in München.

Was sind Inhalte des Costume Design (M.A.)-Studiengangs an der AMD?

Visuelles Storytelling bildet das inhaltliche Herz des Masters Costume Design. Die Studierenden lernen, Charaktere zu entwickeln und Ihre Ideen in 2D oder 3D umzusetzen.
Der durch praktisches und kreatives Lernen orientierte Master befähigt, Kostümbilder aus kulturellen, historischen, zeitgenössischen und konzeptionellen Perspektiven zu gestalten.

Grundsätzlich geht es um ein Interesse für Menschen, Geschichte und Geschichten. Die Studierenden lernen narrative Welten und Umgebungen zu konzipieren.

Weitere Inhalte sind:

  • Das Erstellen einer vertiefenden Recherche über Inspirations-Quellen aus Text, Bild oder Musik und weitere Medien, um Charaktere psychologisch zu analysieren und neue Figurenszenarien zu erstellen.
  • Multimediale Entwurfsmethodik und Kommunikation der Konzepte in 2D oder auch 3D mit traditionellen und digitalen oder virtuellen Techniken.
  • Die Fertigungstechniken werden auf fortgeschrittenem Niveau angeboten. Dabei bilden historische Produktions-und Konstruktionsmethoden einen Schwerpunkt.
  • Einen weiteren Schwerpunkt legt das Studium auf die experimentelle Textil-und Materialgestaltung, wobei vielfältigste Materialien erkundet werden können.
  • Der Master Costume Design zielt auf eine breite und professionelle Umsetzungskompetenz für Kostümbilder mit fundiertem Blick auf Historische Produktionsmethoden, neben digitalen oder virtuellen Umsetzungen. Und verhilft den Studierenden zu einer persönlichen visuellen Sprache

Welche spannenden Fächer wird man innerhalb des Studiums haben?

Die Text-und Character Analyse findet im Fach Dramaturgie für Bühne und Film statt.
Das Modul Figurenentwicklung verstärkt und unterstützt den gestalterischen Ansatz zur psychologischen und narrativen Entwurfsmethodik. Historischer Schnitt und Fertigungstechnologien wird als vertiefender Blick in die Silhouetten und Technologien der Vergangenheit ausgeliefert.

Wichtig ist in beiden Semestern der Bereich der Materialgestaltung, als gestalterischer Ausdruck, Verfremdung oder Veredelung für Kostümbilder. Das zweite Semester vertieft die Kenntnisse für Medien, Games und digitale Methodik mit dem Modul Digital tools und KI.
Couture-Techniken dienen als erweiterndes Modul für Produktionstechniken.
Produktionsmanagement lehrt die Skills für effektives kreatives Management für Bühne und Film.


Jedes Semester endet mit einem eigenen Projekt. Im ersten Semester geht es um ein Kostümbild für ein performatives Format,im zweiten Semester um ein Film-oder Medienkostümbild.
Die Masterarbeit kann dann eines von beiden beinhalten.


Im Vordergrund stehen lokalen interdisziplinäre Kooperationen mit Hochschulen für eine möglichst frühe Vernetzung der Studierenden. So kann durch ein interdisziplinäres Theater-oder Filmprojekt das Kostümbild der Studierenden zum Einsatz kommen.

Für wen eignet sich der Studiengang?

Der Master Costume Design eignet sich für Absolventinnen eines Bachelorstudiums in Modedesign, aber auch für handwerklich vorgebildete Absolventinnen anderer Studiengänge, wie Game Design oder Mode-& Design Management, Textil Design oder weitere.

Vorkenntnisse in Schnitt und Fertigung sollten vorhanden sein. Eine Begeisterung für Storytelling, für handwerkliche Prozesse oder digitale Gestaltung wäre hilfreich, um die Selbststudienzeiten sinnvoll zu nutzen und einen größtmöglichen Effekt aus dem Studium zu ziehen.

  • Der Master soll Menschen mit hoher Vorstellungskraft, Sensibilität, Kontextverständnis und ausgezeichneten zwischenmenschlichen Fähigkeiten ansprechen.

Auf welche Highlights können sich Studierende in diesem Studium freuen:

Die Erarbeitung der Inhalte des Masters Costume Design wurde mit exzellenten Branchenvertreterinnen vorgenommen, die eine hohe Expertise in ihren Gebieten haben.
Sie arbeiten in der internationalen Kreativbranche und werden auch in der Lehre zum Einsatz kommen, um ihre profunden Fach-Kenntnisse an die Studierenden weiterzugeben.

Realisierte Kostümbild-Projekte gibt es am Ende jedes Semesters: Die Studierende lernen verschiedene Ansätze zu verstehen, indem Kostüme aus unterschiedlichen kulturellen, historischen, zeitgenössischen und konzeptionellen Perspektiven, aus historischen oder zeitgenössischen Texten, gestaltet werden.


Der Master möchte das praktische Wissen mit aktuellen Debatten zu gesellschaftlichen oder sozio-kulturellen Themen um den Bereich Textil/Bekleidung verknüpfen und so zu einer kreativen Forschung beitragen.

Welche Jobaussichten/ Möglichkeiten kann es nach diesem Studiengang geben?

Der Master Costume Design schafft eine umfassende berufliche Qualifizierung für KostümbildnerInnen für Theater, Film sowie Crossover Formate oder in der Spezialisierung für Mode.

Die AMD profitiert von ihrem Standort in München und Ihren Branchenkontakten.
Studierende haben die Möglichkeit, während Ihres Studiums Berufspraktika zu absolvieren.

Die Theaterlandschaft bietet Raum für Kooperationen und frühe Vernetzung.
Im Bereich Fernsehen und Film haben Studierende die Möglichkeit in Produktionen der Bavaria und zu unterschiedlichen Münchner Filmproduktionen Kontakt aufzunehmen.


Eine weitere Möglichkeit für Studierende sind Assistenzen bei angesehenen freiberuflichen Designern, Kostümbildnerinnen, Stylistinnen und Filmregisseurinnen.

Auch in der Modebranche kann man mit den Master-Kompetenzen weiterarbeiten und das erworbene Wissen nutzen. Denn viele internationale Couture Häuser setzen auf handwerkliche Spezialexpertise in ihren Kollektionen, auch um sich von der Fast Fashion Industrie abzugrenzen.

Tauche tiefer ein – lade dir jetzt unser Infomaterial zum Master Costume Design herunter:

Credits

Fotograf: Frank Wartenberg