Am 10. Okto­ber 2015 eröff­net der Kunst­pa­last Düs­sel­dorf die umfang­rei­che Son­der­schau über den baro­cken Maler Fran­cisco de Zur­barán. Wie junge Desi­gner die Arbei­ten des Künst­lers inter­pre­tie­ren, zei­gen ange­hende Mode­de­si­gner des 2. Semes­ters der AMD Aka­de­mie Mode & Design Düs­sel­dorf.

Beschrei­bung:
Mode und Kunst ver­eint seit lan­gem eine enge Bezie­hung seien es die per­for­ma­ti­ven Ein­flüsse des avant­gar­dis­ti­schen Desi­gners Hus­sein Cha­la­yan oder die enge Ver­bin­dung zur Kunst­bran­che, wel­che Miuc­cia Prada zu ihren Designs ver­hilft. Gerade diese Wech­sel­wir­kung und Grenz­über­schrei­tung der bei­den Kul­tur­dis­zi­pli­nen ist es, die zu span­nen­den Ergeb­nis­sen führt.
Dabei han­delt es sich aber nicht nur um ein Expe­ri­ment, das in den letz­ten Jah­ren ent­stan­den ist. Wel­che Rolle Stoffe und Mate­ria­lien in der Male­rei spie­len, kann man bereits an den Gemäl­den des spa­ni­schen Malers Fran­cisco de Zur­barán (1598 – 1664) erken­nen. Seine unver­gleich­lich tak­tile und skulp­tu­rale Qua­li­tät in den dar­ge­stell­ten Gewän­dern inspi­rierte bereits ein­fluss­rei­che Mode­de­si­gner wie Cris­tóbal Balen­ciaga. Aber auch junge Nach­wuchs­de­si­gner fin­den Inspi­ra­tion in der detail­lier­ten Stoff­lich­keit der Dar­stel­lung.

Ange­hende Mode­de­si­gner des 2. Semes­ters der AMD Düs­sel­dorf beschäf­tig­ten sich im letz­ten Halb­jahr mit der zeit­ge­nös­si­schen Umset­zung his­to­ri­scher Gewän­der. Die Auf­ga­ben­stel­lung for­derte von den Stu­die­ren­den einen expe­ri­men­tel­len und skulp­tu­ra­len Umgang mit drei­di­men­sio­na­len Kör­per­ge­bil­den. Ent­stan­den sind im ers­ten Schritt Col­la­gen und Skiz­zen, die die Essenz Zur­baráns Gemälde ein­fan­gen soll­ten und am Ende tat­säch­lich als Klei­der umge­setzt wur­den. Die ent­stan­de­nen Form-, Mate­rial- und Farb­kon­zepte abs­tra­hie­ren die Ideen Zur­baráns, indem sie Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen kos­tüm­his­to­ri­schen Aspek­ten und aktu­el­ler Trend­be­trach­tung her­stel­len. Durch die Ver­wen­dung spor­ti­ver, tech­ni­scher Mate­ria­lien und Detail­lö­sun­gen, vor allem aber, durch die Krea­ti­vi­tät der Stu­die­ren­den, wur­den die Expo­nate Zur­baráns in die „Jetzt-Zeit“ trans­for­miert.

Die Stu­die­ren­den: Andria Par­vez, Caro­lien Höl­ze­mer, Conny Bei­ßel, Esra Sert­ce­lik, Jana Gro­nau, Julia Gru­ber und Nata­lie Maas­sen.

Foto: Gre­gor Kaluza, Model: Anto­nia Sell