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„Umweltfreundliche Jeans: Eine Herausforderung für die Textilveredlung“ – Vortrag von Heiko Wunder/Wunderwerk
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    „Umweltfreundliche Jeans: Eine Herausforderung für die Textilveredlung“ – Vortrag von Heiko Wunder/Wunderwerk

    „Ich wollte keine Kompromisse mehr eingehen“ sagte Heiko Wunder in seinem Vortrag „Umweltfreundliche Jeans: Eine Herausforderung für die Textilveredlung“, den er im Rahmen der Vortragsserie „Utopie oder Realität. Kriterien nachhaltiger Mode“ an der AMD in Düsseldorf hielt.

    Heiko Wunder hatte über 15 Jahre als Produktmanager und Geschäftsführer bei namhaften Modefirmen gearbeitet, als er 2012 die eigene Marke Wunderwerk gründete. Er wollte keine Kompromisse mehr machen müssen und Mode konsequent ökologisch-nachhaltig und fair herstellen. Das Thema umweltfreundliche Veredlung zu menschenwürdigen Bedingungen liegt ihm besonders am Herzen. Er hatte in der konventionelle Textilproduktion gesehen, wie viel schädliche Chemie in der Veredlung eingesetzt wird, um Baumwolle möglichst weiß, weich und knitterarm zu machen. Auch das bei natürlicher Wolle übliche Pilling lässt sich nur durch den Zusatz von bis zu 20% synthetischen Harzen vermeiden, was heftige Allergien auslösen kann. Gerade die beliebten Jeans werden bis zu mehr als das Doppelte ihres Eigenwichts mit bedenklichen Chemikalien behandelt, wie z.B. mit den stark wassergefährdenden giftigen Chlor oder Kaliumpermanganat für den begehrten „used Look“. Zusätzlich benötigt man pro Jeans bis zu 20 l Wasser für diesen Finish.

    Heiko Wunder suchte nach umweltfreundlichen Alternativen in der Veredlung von Jeans. Er drehte den Prozess um. Anstelle Farbe herauszubleichen, nahm er ungefärbte Jeans und färbte sie in der Reservefärbetechnik, was interessante Effekte erzeugte. Er sieht kein Problem im Sandstrahlen oder Ozon-Behandlung von Jeans, wenn dies Roboter in hermetisch abgeschlossenen Räumen ausführen. Auch Lasertechnik kann man stellenweise einsetzen. Damit kann er den Verbrauch von Wasser auf 6 Liter reduzieren.

    Heiko Wunder wies immer wieder darauf hin, dass bei nachhaltiger Kleidung nicht nur ein Aspekt im Vordergrund stehen sollte, sondern die ganze textile Kette sollte man konsequent im Blick haben. Hier geht es auch um faire Arbeitsbedingungen, auf die er bei seinen Lieferanten sehr achtet. Er findet inzwischen auch in sogenannten Billiglohnländern Fabriken, die mit neuster Technik umweltfreundlich und zu guten Arbeitsbedingungen produzieren.

    Die Studierenden und Gäste nutzten am 23.10. 2019 die Gelegenheit, den kenntnisreichen jungen Unternehmer intensiv zu befragen. Auf die Frage, ob sein nachhaltiger Anspruch seine Preise beeinflusst, gab er zu, dass er keine Jeans zu 7 Euro anbieten kann, aber sehr wohl zu Preisen im mittleren Preissegment wie viele namhafte Modelabels auch. Heiko Wunder ist überzeugt, dass heute nachhaltige Mode ohne viele Kompromisse durchaus möglich ist.

    Diese Vortragsserie wird von Engagement Global GmbH, Service für Entwicklungsinitiativen, mit öffentlichen Mitteln des Landes NRW gefördert.

    Text: Elisabeth Hackspiel-Mikosch

    Fotos: Magdalena Kluth und Wunderwerk

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