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Textilbündnis zu Gast an der AMD Düsseldorf
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    Textilbündnis zu Gast an der AMD Düsseldorf

    Textilbündnis zu Gast an der AMD Düsseldorf
    Textilbündnis zu Gast an der AMD Düsseldorf

    Nachhaltige Mode hat auch eine politische Dimension; das erfuhren die Besucher des Abschlussvortrags am 11.12.2019 zum Thema “Zwischen Utopie und Realität – Kriterien nachhaltiger Mode” an der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf. Zu Gast war Dr. Jürgen Janssen, Leiter des Sekretariats des Textilen Bündnis. Er überraschte seine Zuhörer mit einer klaren Aussage zur künftigen Verantwortlichkeit für Unternehmen: „Das Lieferkettengesetz wird kommen!“ In seinem Vortrag „Raus aus der Nische: Bündnis für nachhaltige Textilien. Sozial und ökologisch – wir sind auf dem Weg“, erklärte Janssen Aufgaben, Ziele und Errungenschaften der Organisation. 2014 gründete der Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller das Textile Bündnis als Multi-Stakeholder Initiative, um die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette des Textil- und Bekleidungssektors zu verbessern. Ungefähr 120-130 Organisationen einschließlich 74 Firmen haben sich dem Bündnis bislang angeschlossen. Auf freiwilliger Basis wollen sie Schritt für Schritt für eine nachhaltige Produktion von Textilien und Bekleidung sorgen.

    Janssen berichtete, wie der Zusammenschluss von Unternehmen im Textilen Bündnis bei Verhandlungen über bessere Arbeitsbedingungen mehr erreichen könne als einzelne Unternehmen oder Organisationen. Dieser Einsatz ist seiner Meinung nach aus entwicklungspolitischer Sicht sehr wichtig. Denn die Textilindustrie sei erfahrungsgemäß die Einstiegsbranche zur Industrialisierung eines Landes. So war es auch in Europa im 19. Jahrhundert.

    „Das Textile Bündnis ist nicht für die Nische gemacht“ sagt er und meint damit, dass es hier nicht um einige nachhaltige Marken gehe, sondern dass die gesamte Branche umdenken müsse. Er sieht in der OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains in the Garment and Footwear Sector eine wichtige internationale Initiative und hofft, dass die Länder der EU ihre Verantwortung erkennen und diese auch konsequent umsetzen werden. In einigen europäischen Ländern existieren schon Gesetze, die Sorgfaltspflicht der Unternehmen gegenüber ihren Produktionsstätten verlangen. Bisher setzt die Bundesregierung jedoch noch auf Freiwilligkeit, sowohl beim Textilen Bündnis als auch beim „Grünen Knopf“, dem ersten staatlichen Meta-Siegel.

    Dieser spannende Vortrag bildete einen schönen Abschluss für die Vortragsserie. Denn er fasste noch einmal viele Aspekte der Nachhaltigkeit von Mode in seiner gesamten Breite zusammen, vom Anbau der Faser bis zur aktuellen politischen Diskussion. Nach einer lebendigen Diskussion drückten etliche Teilnehmer ihren Wunsch aus, dass die Vortragsserie in Zukunft fortgesetzt wird.

    Diese Vortragsserie wird von Engagement Global GmbH, Service für Entwicklungsinitiativen, mit öffentlichen Mitteln des Landes NRW gefördert.

    Text: Elisabeth Hackspiel-Mikosch

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