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„Nicht alle Chemie ist giftig!“ – Vortrag von Sylvia Happel / Business Development Apparel bei Lenzing
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    „Nicht alle Chemie ist giftig!“ – Vortrag von Sylvia Happel / Business Development Apparel bei Lenzing

    Sylvia Happel and der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf.
    Sylvia Happel and der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf.

    Mega interessant“, so kommentierte eine Studentin den Vortrag „Nicht alle Chemie ist giftig: Nachhaltige Textilien aus Chemiefasern“ von Sylvia Happel. Dieser fand im Rahmen der Vortragsreihe „Utopie oder Realität? Kriterien nachhaltiger Mode“ am 16.10.2019 an der AMD in Düsseldorf statt.   

    Sylvia Happel arbeitet als Senior Managerin im Bereich Business Development Apparel bei Lenzing, einer international bekannten Firma für nachhaltige Cellulosefasern. Sie berichtete an der AMD über die neusten Entwicklungen von nachhaltigen Chemiefasern. Auch wenn der Anteil dieser Fasern von allen textilen Fasern mit 6,3 % noch relativ gering ist gegenüber Baumwolle mit 25,3%, so ist es doch ein stetig wachsender Anteil. Denn die angenehmen zu tragenden Cellulose-Fasern haben vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Gegenüber Baumwolle bieten sie wichtige Vorteile hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Sie verbrauchen kaum Wasser, benötigen keine chemischen Dünge- oder giftigen Pflanzenschutzmittel. Jedoch war die Herstellung von Viskose in der Vergangenheit noch eine sehr schmutzige Angelegenheit und verunreinigte die Luft und Abwässer beträchtlich. Aufgefordert von der Politik entwickelt die Firma Lenzing an ihrem österreichischen Stammsitz seit 1980er Jahren umweltfreundliche Produktionsverfahren. Bekannt sind hier Tencel Modal, Lyocell, EcoVero und Refibra. Lenzing verwendet nachwachsende Rohstoffe aus Holz oder recycelter Baumwolle, setzt auf geschlossene technische Kreisläufe mit der Wiederverwendung von eingesetzten Chemikalien, reduziert dabei den Ausstoß von C02 und entwickelt kompostierbare Stoffe. Das sind alles wichtige Kriterien ihrer umweltfreundlichen Herstellung von Celluloseregeneratfasern, die das EU Eco-Label tragen. Lenzing engagiert sich auch für eine umweltfreundliche Veredlung von Fasern und entwickelt spinndüsengefärbten Modalfasern, die 50% Energie und Wasser sowie 60% CO2 gegenüber herkömmlichen Färbeverfahren einsparen.   

    Den Studierenden stellten viele kritische Fragen und begrüßten den offenen Austausch. Frau Happel gab ebenso wie Heike Hess vom IVN zu, dass es noch ein langer Weg zum Ziel vollkommener Nachhaltigkeit ist. So will Lenzing mit seinen weltweiten Produktionsstätten bis zum Jahr 2050 klimaneutral produzieren.

    Die Veranstaltung wurde von Engagement Global GmbH, Service für Entwicklungsinitiativen, mit öffentlichen Mitteln des Landes NRW gefördert.

    Text und Bilder: Elisabeth Hackspiel-Mikosch 

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