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Vom Holz zur Faser
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    AMD News

    Vom Holz zur Faser

    Wie wird aus Holz ein feminines Kleid?

    Die Antwort gab kürzlich in Düsseldorf im Studiengang Mode- und Designmanagement ein echter Profi. Die Textilexpertin Sylvia Happel, tätig beim österreichischen Faserkonzern Lenzing AG, kam in die AMD. Sie ist eine Textilitin durch und durch. In der Fasersparte bei Lenzing ist die Textilingenieurin zuständig für das Merchandising in Nordeuropa. Daher ist sie viel unterwegs, spricht mit zahlreichen Kunden, lebt mit und für das Textil. Die Lenzing AG gehört zu den wichtigen Playern im internationalen Geschäft mit den Textilfasern.

    Der Konzern ist weltweit bekannt als Produzent für Cellulosefasern wie Viskose, Modal und Lyocell. Die Markenfaser Tencel (Lyocell) ist sicher vielen ein Begriff. Produziert werden die Fasern in Österreich, England, den USA, Indonesien, Indien und China und finden ihren Einsatz in Blusen, Kleider, Hosen, Bettwäsche, aber auch in der Sportbekleidung, bei Hygiene-Tampons und Kosmetikprodukten.

    Das Wissen rund um die Textilfasern ist für Modefachleute essentiell. Das Aneignen von Wissen muss nicht zäh sein wie Düsseldorf zeigte. Es geht echt spannend zu in den Laboren und Industrieanlagen. Holzschnipsel, Zellstoff, Spinnmasse und schließlich die Filamente sind nur Stichworte zur Faserherstellung. Die Studierenden des ersten und zweiten Semesters sahen, hörten und lernten. Sie folgten dem Weg der Cellulosefasern vom Holz bis hin zur fertigen Faser.
    Sie erlebten den Werdegang der Fasern quasi hautnah, griffen in die Holzschnipsel und die Zellfasern, fühlten später die fertigen Textilien, erkannten und spürten förmlich die Unterschiede zwischen den Fasern. Plötzlich versteht man, woher die unterschiedlichen Fasereigenschaften kommen und warum welcher Stoff seine spezifischen Gebrauchseigenschaften hat. Plötzlich wurde die Chemie lebendig und die Anfangsfrage (Wie wird aus Holz ein feminines Kleid?) erledigte sich
    sozusagen en passant.

    Nassspinnverfahren, Natronlauge, Alkalicellulose oder auch Cellulose-Xhantogenat sind Markenzeichen der Viskoseherstellung. Buchenholz und ein höherer Polymerisationsgrad sind bezeichnend für die Modalfaserproduktion. Und dann gibt es da noch die Lyocellfasern, deren Herstellung auf einem höchst fortschrittlichen Kreislaufsystem beruht. Sogar das Lösungsmittel NMMO,
    das hier zum Einsatz kommt, ist nicht toxisch, kann biologisch abgebaut und wird zu fast 100% in den Kreislauf zurückgeführt. Es sind quasi die perfekten Fasern für unsere umweltbewusste Zeit. Besonders dieser Umstand hat die Studierenden „elektrisiert“. Das Interesse an umweltfreundlichen Produkten und Herstellungsverfahren ist riesengroß.

    Faszinierend waren daher Aussagen wie diese, dass die Bekleidungsteile aus Tencel, der Markenlyocellfaser von Lenzing, zu hundert Prozent kompostierbar sind. Und das schon nach zwölf Wochen. Faszinierend ist auch die neuste Lenzingfaser, genannt Refibra. Diese Lyocellfaser basiert auf Baumwoll-Abfällen aus der Baumwollproduktion. Schlussendlich war es für die Studierenden ein hoch willkommener Ausflug in die Textilindustrie. Wer bis dahin noch nicht den Kleiderschrank nach Viskose-, Modal- oder Lyocellfasern durchforstet hatte, der tat es spätestens nach diesem Vortrag und wird ab jetzt genauer aufs Etikett schauen.

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