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Der digitalen Farberfassung auf der Spur
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    Der digitalen Farberfassung auf der Spur

    Die Studierenden des 3. Semesters Mode- und Designmanagement in Düsseldorf beschäftigen sich in der Lehrveranstaltung Trendanalyse noch bis zum Semesterende explizit mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Produkte.

    Da lag es nahe, in Köln das Start-up-Unternehmen Color Digital zu besuchen, das sich seit 2012 mit der Digitalisierung von Farbe beschäftigt. Noch immer werden bei Großkonzernen bis zu Hunderttausende von Päckchen mit textilen Färbeproben durch die Welt geschickt – vom Designer zum Weber oder Stricker, zum Färber, zu Produzenten in Asien, von dort auch wieder zurück. Und das Ganze nicht nur einmal, sondern unzählige Male. In der Summe ist dies ein enormer Verbrauch von Stoff, Verpackungsmaterialien, Logistikressourcen und Energien. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen, dass die Absprachen über Farbe, trotz festgelegter Farbnummern verschiedenster analoger Systemanbieter wie Pantone, RAL oder Coloro, im Alltagsgeschäft über Grenzen und Abteilungen hinweg oft die nötige Sorgfaltspflicht vermissen lassen.

    Color Digital will das ändern. Thomas Hill, seines Zeichens Designer und für das Unternehmen ebenso tätig wie als Dozent für Produktmanagement an der
    AMD Düsseldorf, erläuterte den Studierenden das Wie und das Warum der Gründeridee. Diese basiert auf der Erkenntnis, dass Farbe häufig ohne eine verlässliche systematische Struktur kommuniziert wird. Schon unterschiedliche Lichtquellen bei den Beteiligten lässt Farbe unterschiedlich wirken und auch nicht alle Beteiligten in der Prozesskette gehen, wie zuvor schon erwähnt, in der gleichen definierten Art und Weise mit Farbe um. Daher lag der Gedanke nahe, die Farbe digital zu erfassen, sie in eine mathematische Kurve und damit in eine Ziffernfolge umzuwandeln, die unumstößlich ist und mit dem theoretisch 99% der Färber dieser Welt arbeiten können. Notwendig sind sicher Erstinvestitionen in die entsprechende Hardware wie Multispektral Scanner und Drucker, von denen es in Zukunft auch kostengünstigere Modelle geben soll. Auch hier laufen die Forschungen auf Hochtouren. Trotzdem wurde auch diesbezüglich den Studierenden klar, dass es einen Technologiewandel niemals umsonst geben kann.

    Klar wurde auf dieser Exkursion auch, dass die Digitalisierung mehr und mehr die Entwicklungsprozesse in der Bekleidungsindustrie prägt. Color Digital bietet seinen Partnern nicht nur die lizensierte Software, die in die unterschiedlichsten Prozesse der Wertschöpfungskette hineinspielen kann, sondern auch den Zugriff auf eine Cloud, in der Tausende von Farben und Bildern archiviert sind. Denn auch aus Inspirationsfotos, die beim Store Check oder auf Reisen entstehen, aus einem Screenshot oder einem Video, lassen sich Einzelfarben auswählen und in das System einspeisen, um sie zum Beispiel für die nächste Kollektion zu verwenden. Stoffe,
    die im 45-Grad-Winkel gescannt werden, sollen zukünftig so perfekt in Farbe und Oberfläche wiedergegeben werden, dass sie auf den Avataren in der Prototypenentwicklung so realistisch wie möglich wirken.

    Color Digital möchte „das physikalische Know-how und die Kreativität“ zusammenführen, so formuliert es Thomas Hill. Es gehe um Schnelligkeit, aber auch um Nachhaltigkeit und darum, „das Definierte verbindlich in die Prozesskette einzuspeisen“. Die digitale Farberfassung ist ein weiterer, wenn auch kleiner, Bereich, der zeigt, dass die Bekleidungsindustrie in punkto Digitalisierung Gas geben muss. Andere Industrien wie die Automobilindustrie sind in ihrer digitalen Produktentwicklung schon viel weiter. Auch das lernten die Studierenden im
    Kölner Rheinauhafen.

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