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AMD Stimmen zu Karl Lagerfelds Tod
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    AMD News

    AMD Stimmen zu Karl Lagerfelds Tod

    Credits @CHANEL

    Die Modewelt trauert, auch an der AMD Akademie Mode & Design möchten wir unsere Anteilnahme am Tod von Karl Lagerfeld ausdrücken. In persönlichen Worten gedenken ihm ProfessorInnen, DozentInnen und Studierende – seien es Erinnerungen an persönliche Treffen, seine Kreationen oder seinen Einfluss auf die Modeindustrie und alle Modebegeisterte.

    „Karl Lagerfeld war eine Ikone – nicht nur wegen seines unverkennbaren Äußeren, das zu einer weltbekannten Marke wurde, sondern auch weil er der unbestrittene Superstar unter den Modedesignern war. Legendär war sein Schaffens-Eifer für seine eigenen Modelinien sowie für große Modehäuser, darunter seit Jahrzehnten für Chanel und Fendi. Nicht zuletzt wurde er geschätzt und gefürchtet für seine Schlagfertigkeit; seine kecken, hintersinnigen und oft provozierenden Sprüche füllen Bücher. Die Welt ist ärmer geworden – nicht nur ohne seinen Beitrag zur Mode, sondern auch ohne seinen analytisch-amüsierten Blick auf das Zeitgeschehen.“

    Prof. Dipl. Des. Claudia Ebert-Hesse
    Dekanin Fachbereich Design

    “Vor einer Woche noch fragte ich eine Freundin: „Was tun wir eigentlich, wenn Karl Lagerfeld stirbt?“. Seitdem ich denken kann, steht Lagerfeld für mich für grenzenlose Kreativität, Innovation und Schönheit. Ein Laubwald im Herbst, endlose Sommerstrände oder ein 12 Meter hoher goldener Löwe im Grand Palais. Jede Saison fragte ich mich, was er sich jetzt wieder für uns ausgedacht hatte. Fashion Shows und Inszenierungen, die uns für einen Augenblick aus der Realität abholten, in Staunen versetzten und glückselig zurückließen. Das Ende einer großen Ära.”

    Sophia Bilz
    Modejournalismus/Medienkommunikation
    AMD Akademie Mode & Design München

    „Karl Lagerfeld war mehr als eine Ikone. Er war eine Marke, zu der er sich selbst gemacht und die er nach Außen überzeugend gelebt hat. Sein Name sei jetzt „Logofeld“, sagte er selbst einmal in einem Interview.
    Er wird schmerzlich fehlen!“

    Christine Kubatta
    Standortmanagement
    AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf

    „Mit solch raffinierten Modekreationen, Fotografien und trockenen Sprüche, wie sie von Karl kamen, wird uns in Zukunft wohl keiner bereichern. Für mich war er nicht nur eine Ikone, sondern ein wahres Genie. Nicht nur Designer, sondern Künstler. Jemand, der sich seiner Person selbst nicht zu wichtig war, sondern für seine Arbeit lebte und damit seine Umwelt inspirierte. Er hinterlässt ein Imperium, das er sich durch Selbstdisziplin, einen modernen Zeitgeist, Aufrichtigkeit, Witz, Kreativität, Ehrlichkeit und einen gesunden Bezug zur Realität erarbeitet hat. Kaum ein Designer strahlt für mich eine solche Unnahbarkeit und Intelligenz aus. Ich bin mir sicher, dass seine Kreationen auch ohne sein Dasein nicht an Bedeutung verlieren, denn wir alle sind uns der Magie seines Tuns bewusst. Trotzdem stellt sein Tod den wohl größten Verlust für die gesamte Modebranche dar. Einen Designer mit solch einer Wichtigkeit, wird es nicht wiedergeben. Er hat es geschafft in einer so schnelllebigen Welt, immer zeitlos und aktuell zu sein.

    Besonders stolz bin ich, dass Karl aus Hamburg kam. Dadurch habe ich mich immer sehr verbunden zu ihm gefühlt. Er hatte den typisch nordischen Humor. Einmal hatte ich die Ehre, Karl Lagerfeld bei seiner Métiers d‘Art Show in der Elbphilharmonie in Hamburg zu sehen. So wie er im Raum stand, wirkte er auf mich, als wäre er nicht von dieser Welt – eher wie eine engelsgleiche Marmorfigur. Ganz bleiche Haut hatte er und er wirkte durch seinen strengen Look eher einschüchternd. Dass er jedoch sehr nahbar war, zeigte sein familiäres Auftreten mit seinem Patensohn und dessen Familie. Er betrachtete seine Models weniger als Produkte, die seine Schöpfungen präsentierten, sondern vielmehr als Musen und behandelte sie freundschaftlich und respektvoll. Nun wünsche ich mir, dass sein Geist in den kommenden Kreationen von Chanel weiterlebt.“

    Kim Konjer
    Studentin Mode- und Designmanagement (B.A.)
    AMD Akademie Mode & Design Hamburg

    Es ist schwer Worte für jemanden zu finden, der so über allem stand wie Karl Lagerfeld. Er ist Mode! Ich konnte mir diese Branche ohne ihm schlichtweg nicht vorstellen, Mode ohne Lagerfeld. Dabei waren es gar nicht mal seine Kollektionen, die mich nachhaltig beeindruckt haben, sondern seine Haltung gegenüber der Mode. Er arbeitete mit einer humorvollen Ernsthaftigkeit. Er ließ sich im richtigen Zeitpunkt von den richtigen Musen inspirieren, von Claudia Schiffer, Beth Ditto oder Willow Smith. Er hat so viel geschaffen, so viel hinterlassen, dass es unmöglich ist, Karl Lagerfeld jemals zu vergessen. Er bleibt Mode!

    Mario Mirschberger
    Modejournalismus/Medienkommunikation
    AMD Akademie Mode & Design München

    „Als Kind war ich nur an Karl Lagerfelds Birma-Katze Choupette interessiert. Meine Neugier für seine Arbeit bei Chanel, Fendi und Co. entwickelte sich erst viel später. Denn die Tatsache, dass er in meiner Heimatstadt Hamburg aufgewachsen ist und ein weißes flauschiges Haustier bei ihm in Paris lebt, fand ich damals viel spannender. — Je älter ich wurde, desto mehr beschäftigte ich mich mit seiner Karrierelaufbahn. Über 60 Jahre lang hat ‚Kaiser Karl’ die High-Fashion-Branche revolutioniert und nebenbei ein gleichnamiges Label gegründet. Es ist bewundernswert, wie ein Mensch über so einen Zeitraum erfolgreich seiner beruflichen Leidenschaft nachgehen und trotzdem immer wieder an sich zweifeln kann. Heute stelle ich mir die Frage, wer den Platz in der Kreativdirektion einnehmen wird, denn ersetzen kann die Ikone keiner. Doch das würde der Hamburger auch nicht wollen. Er fände es sicher besser, wenn man mit seinen Ideen weiterarbeitet, so wie er es mit Coco Chanels Entwürfen getan hat.“

    Alicia Martens
    Studierende MODEJOURNALISMUS/MEDIENKOMMUNIKATION
    AMD Akademie Mode & Design Hamburg

    „Karl, der Kaiser, war alles, außer ein bürgerlicher moderner Mann, der zeigt, dass er Wichtigeres zu tun hat, als auch nur einen Gedanken auf die Kleider, die er trägt, zu verschwenden. Lagerfeld teilte die Berufung des Dandys: deutlich sichtbar und überraschend, ins Auge fallend, angezogen zu sein. Die Mode – seine Welt.“

    Prof. Dr. Barbara Vinken
    Modexpertin, Literaturwissenschaftlerin und Professorin an der LMU München

    „Beim Thema Jogginghose haben wir zwar eine Zeit gebraucht, bis wir die gleiche Sprache gesprochen haben.
    Aber: er war und ist ein Visionär und ich bewundere sein Lebenswerk sehr. Was er in seinen 85 Jahren geschaffen hat, schaffen die meisten Menschen in 10 Leben nicht.“

    Thomas Lischka
    Student Mode- und Designmanagement (B.A.)
    AMD Akademie Mode & Design München

    „Mit Karl Lagerfeld zusammenzutreffen, war für jeden Journalisten wie ein Bad im Jungbrunnen: Kaum ein Interviewpartner konnte überraschen wie er, wenige sind sprachlich so naturbegabt und im Kopf so schnell, wie er es war. – Der Mann war also zeitlebens eine einzige Freude – und das bereits in einer Zeit, in der es in Deutschland noch sehr grau aussah.“

    Andreas Bailo
    Leitung Journalismus AMD Akademie Mode & Design Hamburg
    MODEJOURNALISMUS / MEDIENKOMMUNIKATION

    „Der Tod von Karl Lagerfeld ist nicht nur ein Verlust für die Modewelt. Er hat mehrere Generationen mit seinen zeitlosen und doch modernen Designs geprägt, inspiriert und an ihre kreativen Grenzen gebracht. Er wird es auch weiterhin tun. Denn wahrer Stil ist für die Ewigkeit.”

    Carmen Jenny
    Modejournalismus/Medienkommunikation
    AMD Akademie Mode & Design München

    Ein persönlicher Nachruf von Sabine Resch

    Kurz noch mal die Breaking-Mail von „Business of Fashion“ um 12:36 Uhr lesen. Was steht da? Das Unvorstellbare darf nicht wahr geworden sein: „Lagerfeld dies in Paris aged 85!“ Und nun ein Statement zu seinem Tod formulieren – ich weigere mich.

    Erinnere ich mich doch lieber daran, ihm als noch als Modestudentin in den Neunziger Jahren nach seinen CHANEL-Shows in Paris die Hand geschüttelt zu haben. Und beeindruckt war. Weil er so freundlich war, obwohl wir uns nicht kannten und das „Who is Who“ der Modebranche hinter mir Schlange stand. Meine Professorin war seine Assistentin, als er an der Universität für angewandte Kunst in Wien die Gast-Professur (1980 – 1984) innehatte. Ich habe immer dieses Karl(a) Lagerfeld-Gefühl in mir gespürt während meiner Lehrjahre im Modedesign-Studium.

    Aber nun, an diesem Dienstag, dem 19. Februar 2019, an dem die soziale Medienmasse einen ganzen Tag lang nahezu ausnahmslos den Tod eines einzigen Menschen betrauert und parallel aus digitalen und analogen, intellektuellen und boulevardesken Quellen gleichermaßen das Immergleiche, das Unfassbare gemeldet wird – dann ist wohl ein ganz Besonderer gestorben und dann ist es wohl wahr. Kein Fake News-Alarm, kein Irrtum: Jemand wie der Papst muss gestorben sein. Oder Gott. Und so ist es ja auch. Der Modegott, der Modepapst wohnt jetzt im Himmel. Wo ihm sicher sein Wegbegleiter Yves Saint Laurent und seine Vorgängerin Coco Chanel die Leitung überlassen werden im Atelier für Mode im Himmel.

    Genug Pathos? Mitnichten: Superlative werden jetzt noch einmal weltweit aufgerufen für ihn, selbst ein lebender Superlativ: Kaiser Karl, Karl der Große, Stilikone, Universalgenie, Tausendsassa, letzter Grand Couturier, der letzte Dandy; immer unverwechselbar mit seinen Markenzeichen Zopf, Sonnenbrille und Fächer. Letzteren hatte er längst abgelegt, dafür den Vollbart, den er vor Jahrzehnten schon trug, wieder angelegt. Die Liste dessen, was ihn so unverwechselbar machte, weist Referenzen aus so vielen kulturellen Bereichen aus, dass wohl kaum alles aufgezählt werden kann. Nicht nur sein stilistisches Werk wird dabei erwähnt, sondern selbstredend auch sein ebenso kluger wie amüsanter Wortwitz und das flirrende Kokettieren mit sich selbst.

    Keiner beherrschte so virtuos die Klaviatur kreativen Schaffens derart lange: Mehr als 65 Jahre lang war er kontinuierlich immens erfolgreich für mehrere Modehäusern tätig! Viele seiner KollegInnen sind für bestimmte Kleidungsstücke bekannt, für das eine stilistische Icon, den einen Look. Nicht so bei ihm. Sein Vermächtnis ist es, jahrzehntelang als kreativer Kopf mehrerer Modehäuser drei Dinge zu beachten: Die DNA des Hauses respektieren, die eigene Handschrift erkennen lassen und Modernität einhauchen. Diese Dreieinigkeit hat er perfekt beherrscht und den jeweiligen Modehäusern so zu noch mehr Ruhm verholfen.

    Ja, auch die schon genannten Yves Saint Laurent, Coco Chanel und alle anderen aus der Champions League der Mode haben Außerordentliches und Bleibendes geschaffen. Und auch der andere große noch lebende aktive König der Mode, Giorgio Armani, der Impressario aus Milano, Jahrgang 1934, hat eines der erfolgreichsten Modeimperien geschaffen, die die Welt je gesehen hat. Nur – auch Armani nicht so lange und nicht bei verschiedenen Häusern. Deswegen war Karl ja auch nicht König. Sondern Kaiser.

    Kaum einer – ich bin aktuell geneigt zu sagen: keiner – hat das 20. Jahrhundert modisch weltweit so geprägt wie er. Ausgerechnet ein Deutscher, der von Hamburg aus über Paris die Modewelt so unvergleichlich erobert hat. Bei Pierre Balmain und Jean Patou begonnen, auch als Modezeichner gearbeitet, hat er schon 1954 den Preis des „Internationalen Wollsekretariates“ (heute Woolmark Prize) gemeinsam mit einem talentierten Kollegen namens Yves Saint Laurent gewonnen. Dann Prêt a Porter für Chloé (1963 – 1983 und 1993 – 1997), (nicht nur) Pelze für Fendi (seit 1965), Haute Couture und Prêt a Porter für CHANEL (seit 1983), Mode für Millionen für das deutsche Versandhaus Quelle (1996-1999) und für den schwedischen Vertikalen H&M (2004). Neben seiner eigenen Line KL (seit 1984).

    Er galt als Erfinder der Supermodels, Magier der Musen, war erfolgreicher Modefotograf und offizieller Träger der Slimline von Hedi Slimanes Dior Homme, für die er mehr als 40 Kilo abgenommen hatte. Und zuletzt die Liebe zu Choupette, der wichtigsten Katze der Modewelt, die ihm eine Art letzte Lebensabschnittsgefährtin war. Seit dem frühen Tod (1989) seines wirklichen Lebensgefährten, dem legendären Proust’schen Dandy Jacques de Bascher, kannte die Welt nur noch die Mode dauerhaft an seiner Seite. Und Choupette.

    Als Reporterin für die Münchner Abendzeitung habe ich ihn noch einmal getroffen, 1997 in Mailand bei der ersten Modenschau nach Gianni Versaces Tod: „Das Mädchen hat den richtigen Weg eingeschlagen.“, antwortete er mir auf die Frage, wie er Donatella Versaces erste Kollektion nach dem Tod ihres Bruders Gianni einschätzte.

    Es ist davon auszugehen, dass er auch die Arbeit seiner eigenen Nachfolgerin bei CHANEL – Virginie Viard – gutheißen wird. CHANEL wird nach seinem Tod stilistisch von ihr weitergeführt, wie es Familie Wertheimer, Eigentümerin des Hauses CHANEL, mitteilte.
    Eine kluge Wahl: Viard war seine rechte Hand und leitet das Studio CHANEL seit über 30 Jahren. Jetzt ein Big-Name der Mode für CHANEL zu engagieren – es wäre respektlos. Für seine Nachfolge beim Label hatte die langjährige Chefredakteurin der französischen VOGUE, Carine Roitfeld auserkoren. Anfang Februar gratulierte der schon sichtlich geschwächte Karl Lagerfeld Carine Roitfeld via Instagram ihrem erfolgreichen Online-Magazin CR.

    Der Tod Karl Lagerfelds kommt dem Ende einer großen Ära gleich und beschwört eine absurde Symbolik mit seinem Tod als dem Ende einer festen Kulturgröße in unruhigen Zeiten. Dem Modehimmel sei Dank, dass CHANEL keine Aktiengesellschaft ist. Die Aktie hätte an diesem 19. Februar 2019 wohl eine Talfahrt in die Börsenhölle verzeichnet. Das ist dem Label erspart geblieben. Nicht aber uns allen den großen Verlust dieses Jahrhundert-Genies Karl Lagerfeld. Er ist nicht zu ersetzen.

    Sabine Resch
    Studiengangsleitung Fashion Journalism and Communication (B.A.)
    Studienleitung Modejournalismus / Medienkommunikation
    Leitung Weiterbildung Styling
    AMD Akademie Mode & Design München

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