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London Calling – Auslandssemester am London College of Fashion
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    AMD Blog

    London Calling – Auslandssemester am London College of Fashion

    Ein Auslandssemester an einer der renommiertesten Mode-Universitäten der Welt – dieser Traum ging für Yina Ren in Erfüllung. Die 20-Jährige studiert Mode Design (B.A.) an der AMD  in Düsseldorf und absolvierte ihr drittes Semester am London College of Fashion. Im Interview gibt sie hilfreiche Tipps und erzählt von ihren Erfahrungen und dem Leben in der Modestadt London.

    Warum hast du dich für das London College of Fashion beworben?

    Das LCF ist eine Partnerschule im Erasmus-Austauschprogramm. Außerdem ist das College eine der besten Modeschulen der Welt. Es werden sehr viele Studiengänge angeboten, die sich alle um Mode Design drehen, wie zum Beispiel „Fashion Design Technology: Womenswear”, was ich studiere. Diese Vielfalt hat mich total gereizt.

    Wie sind die Semester eingeteilt? Welche Kurse hast du belegt?

    Ein Semester an der AMD entspricht zwei „Terms“ am LCF. Dies bedeutet auch, dass ich im Vergleich zur AMD weniger Zeit zum Fertigstellen der Aufgaben hatte. Für „Term one“ habe ich zum einen den Pflichtkurs „Professional Product Development Assessment“ belegt. Dafür habe ich zehn Credit-Punkte bekommen. Für den zweiten Kurs „Cultural and Historical Studies“ habe ich keine Credits bekommen, allerdings wurde er mir von meiner UAL-Erasmusbetreuerin empfohlen. Im zweiten Term habe ich auch zwei Kurse belegt: „Research Methods” und „Aesthetics and Identity”, mit je zehn Credit-Punkten.

    Wie unterscheiden sich die Kurse am LCF von denen der AMD?

    Die Kurse am LCF sind sehr vielschichtig. So umfasst der Kurs „Professional Product Development Assessment“ viele fachliche Bereiche und man bekommt zehn Credits für dieses Fach. An der AMD werden die Fächer genauer unterteilt und es werden einzelne Credit Punkte je nach Fach vergeben.

    Unterscheiden sich die Kurse auch in ihren Ansprüchen und Inhalten?

    Beim Vergleichen der Fächer und der inhaltlichen Ansprüchen an beiden Schulen ist es so, dass es am LCF zwei Hauptunterteilungen gibt: den Design- und den Technical-Teil. Der Designteil ähnelt dabei sehr dem Fach „Mode Design“ an der AMD. Dort sollten wir ebenfalls ein Sketchbook beziehungsweise ein Portfolio anfertigen und dieses mit unserem Dozenten besprechen. Die Ansprüche sind in London jedoch etwas höher. So muss das Portfolio ein A3-Format und eine feste Gliederung haben und mindestens aus vierzig Seiten bestehen. Dies war anfangs etwas schwierig für mich, da ich an andere Anforderungen gewohnt war. Der Technical-Teil ähnelt inhaltlich den Fächern „Schnittkonstruktion”, „Textiltechnologie” und „Fertigungstechnik” an der AMD. Einen Unterricht wie „Textiltechnologie“ gab es allerdings nicht. Stoffe und deren Eigenschaften mussten wir durch eigene Recherche herausarbeiten und die Ergebnisse in einem Portfolio festhalten.

    Was waren die größten Umstellungen für dich?

    Eine große Umstellung war definitiv, dass man sich am LCF sehr viele Dinge selber beibringen muss. Es gab zwar einen Unterricht, der dem Fach „Fertigungstechnik“ der AMD ähnelte, dieser war aber nur einmal in der Woche für die ersten vier Wochen vorgesehen. Danach hatten wir keinen Unterricht mehr, in dem wir Nähtechniken erlernen konnten, was das spätere Anfertigen der Kleidungsstücke erschwerte. Des Weiteren müssen hier mit dem fertigen Outfit noch mindestens 15 weitere „Samples“ angefertigt werden. Eine Umstellung war auch, dass in diesem Studiengang sehr viel Wert auf den technischen Teil gelegt wird. Die Anforderungen an die Schnittteile und Samples sollen dem Industriestandard entsprechen. Vergleichsweise wenig Wert wird dagegen auf Computerinhalte gelegt.

    Hast du dich durch die AMD gut vorbereitet gefühlt?

    Meiner Meinung nach hat mich der Unterricht an der AMD sehr gut für das LCF vorbereitet. Ich habe vor allem das technische Zeichnen und die anderen Computerprogramme beherrscht. Auch alle anderen fachlichen Grundkenntnisse, die ich an der AMD erlernt habe, konnte ich gut einsetzen.

    Was war dein persönlicher Eindruck vom LCF? Wie ist die Atmosphäre?

    Das LCF ist ein internationales College. In meinem Studiengang und Jahrgang gab es insgesamt ungefähr hundert Studierende. Etwa siebzig Prozent davon kommen aus dem Ausland. Die internationale Atmosphäre bietet eine gute Gelegenheit, andere Kulturen und Mentalitäten kennenzulernen. All das hat mir geholfen, meinen fachlichen sowie persönlichen Horizont zu erweitern. Nachteil ist aber, dass die Kommunikation untereinander manchmal schwierig ist. Generell ist mir aufgefallen, dass die Atmosphäre in den Gruppen und zwischen den Studierenden und Dozenten weniger vertraut ist, als an der AMD. Das liegt vor allem an der großen Anzahl an Studierenden. Nichtsdestotrotz konnte ich sehr schnell Anschluss finden und Freundschaften knüpfen.

    Wie hast du dich auf das Auslandssemester vorbereitet?

    Ich kann nur den Tipp geben, sich nicht zu sehr darüber zu stressen. Da das Auslandssemester für mich persönlich sehr kurzfristig war, hatte ich vor der Abreise nach London relativ wenig Zeit für Vorbereitungen. Was den Unterricht angeht, sollte man sich darauf einstellen, sich an etwas andere Lernmethoden zu gewöhnen. Man sollte definitiv immer eine offene Einstellung zu den verschiedenen Veränderungen haben. Englischkenntnisse sind natürlich sehr wichtig. Mit einem Englisch des Niveaus B1/C2 hatte ich weder im Unterricht noch im Alltag Verständigungsprobleme.

    Wie hast du das Leben in London ansonsten empfunden?

    London ist eine sehr lebendige und multikulturelle Metropole. Jeder Bezirk hier hat seinen eigenen Charakter und es gibt viele tolle Museen und Veranstaltungen. Das Alltagsleben als Modestudent in London ist eher anstrengend. Ich hatte viele Zwischenüberprüfungen und nur wenig Zeit, um die Arbeiten anzufertigen.

    Welche Tipps hast du für andere Studierende, die es auch nach London zieht?

    Ich bin ungefähr zwei Wochen vor Unterrichtsbeginn nach London gezogen, weswegen ich Zeit hatte, viele Eindrücke zu sammeln. Das würde ich auch auf jeden Fall empfehlen. Es ist eine gute Möglichkeit, sich mit der Stadt vertraut zu machen, die manchmal doch sehr chaotisch sein kann. Die „London Fashion Week“ ist definitiv ein Event, das Modestudenten nach Möglichkeit einmal erleben sollten.

    Wie sieht es mit der Wohnungssuche aus?

    Ich selbst habe in einem Studentenwohnheim der „University of the Arts London“, im Westen der Stadt, gewohnt. Obwohl meine Unterkunft leider sehr weit von meinem Campus entfernt war, würde ich auf jeden Fall ein Studentenwohnheim empfehlen – vor allem bei kürzeren Aufenthalten. Die Suche bei privaten Vermietern ist nämlich noch schwieriger. Generell musste ich mir darüber bewusst werden, dass das Wohnen in London sehr teuer ist. Die Mieten werden per Woche berechnet und sind etwa drei- bis viermal so teuer wie in Deutschland.

    Welche Erfahrungen konntest du durch das Auslandssemester sammeln?

    Für mich war das Auslandssemester in London eine tolle und hilfreiche Ergänzung zum Inlandstudium. Da die Modewelt so international ausgerichtet ist, ist es wichtig, verschiedene Eindrücke und Lernmethoden aus anderen Ländern und Kulturen kennenzulernen. Es gab natürlich auch stressige Zeiten, da ich mit einigen neuen Herausforderungen konfrontiert wurde. Trotzdem ich würde ein Auslandssemester als Erasmus-Austauschstudent am LCF auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich habe gelernt, dass man sich finanziell gut vorbereiten und frühzeitig mit der Wohnungssuche beginnen muss, und immer offen für Neues sein sollte.

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